Weg mit §219a

„Some of those that work forces, are the same that burn crosses!”
Das Lied „Killing in the name“ von „Rage Against the Machine“ wurde mit der Intention verfasst die Polizeigewalt in den USA zu kritisieren und spiegelt den rassistischen Apparat der Polizei wieder. Aber auch auf der Metaebene gibt es noch eine implizite Nachricht: Säkularisierung findet nach wie vor nicht statt, im Gegenteil, vor allem hier in Deutschland hört man immer noch hellhörig auf, wenn sich die ach so guten Christen und vor allem deren grauen Eminenzen über ein Thema zu Wort melden und in den meisten Fällen wieder anfangen herumzumeckern, wie schlecht und verkommen diese Gesellschaft doch ist. So auch neulich vom katholischen Theologen Dr. Johannes Hartl. Dieser meinte das ihn eine Frage nach Selbstbestimmung der Frau nicht tiefgreifend genug sei, dass es mal wieder an der ach so sündigen Gesellschaft läge, da man ja förmlich überall damit bombardiert würde, dass Sex was Gutes sei. Er regt sich weiterhin über eine Lustgesellschaft auf, die so etwas zuließe und spitzt es in seiner These zu: „Bist du bereit Mutter oder Vater zu werden? – Wenn nicht habe keinen Sex!“ Schaut man sich nun auch mal die Kommentarsektion unter diesen Beitrag an, so wird man mit dem festsitzenden heteronormativen und rückschrittlichen Christen-Weltbild konfrontiert, welche keinen Sex vor der Ehe fordern und denen Homosexualität zuwider ist. Mit den Ideal des verbitterten leidenden Christen, welcher sich nicht freuen darf – denn dafür gäbe es ja das Nachleben – hat diese lustfeindliche und anti-emanzipatorische Vereinigung einmal mehr gezeigt, dass diese noch immer im tiefsten Mittelalter festhängen. In einer so wichtigen und essentiellen Debatte wie der um die Abschaffung der §§ 218, 219a StGB wirft solch ein Unfug den Diskurs um Längen zurück, da diese die Freiheit zur Selbstbestimmung der Frau und der Freiheit des Lebensentwurfes totalitär Entgegenwirken und somit ein Angriff auf die Freiheit des Menschen vollführt. Jeder Mensch muss frei entscheiden dürfen wie er sein Leben gestalten will, ob eine Frau sich für eine Schwangerschaft entscheidet oder ob man Feiern geht, ob man Drogen nimmt oder welchen Partner man sich wählt und was man in dieser Beziehung miteinander macht. Dies alles unterliegt einer schützenswerten Privatsphäre, welche durch diese religiöse Verblendung extrem angegriffen und eingeschränkt wird. Keine Religion hat das Recht sich in die Politik einmischen zu wollen und anderen ihren Glauben und Moralvorstellung aufzuzwingen.

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