Solidaritätsaufruf der linksjugend Leipzig mit dem Black Triangle

Praktische Solidarität mit dem Black Triangle!
Die linksjugend Leipzig solidarisiert sich mit den Besetzerinnen und Besetzern in der Arno Nietzsche Straße 41f!
Das besetzte Black Triangle, ein seit zwanzig Jahren leer stehendes ehemaliges Umspannwerk, ist bereits jetzt ein Ort der kulturellen Vielfalt, bietet Raum für neue Arten des Zusammenlebens und frische Ideen. Das Grundstück ist bei den jetzigen Nutzerinnen und Nutzern in den besten Händen. Wir solidarisieren uns mit den Besetzerinnen und Besetzern weil wir nicht erkennen können, dass die Eigentümerin, die Deutsche Bahn AG ein legitimes Interesse an dem Grundstück und dem Gebäude hat. Wir danken den Aktiven vor Ort für die Aufwertung des Geländes und des Stadtteils, ihrem ehrenamtlichen Engagement und dem Einbringen ihrer Kreativität.
Leerstand gestalten statt leere Immobilien verwalten.
Zwanzig Jahre moderte das ehemalige Umspannwerk im Leipziger Südosten vor sich hin. Wasserstände im Keller wie sie sich jeder Schwimmbadbetreiber wünscht, Moos auf dem Boden, zerschlagene Fenster, keinen Raum betreten zu können ohne Gefahr zu laufen über abgeladenen Bauschutt zu stolpern. Das war die Arno Nitzsche Straße bevor sich vor rund einem Monat Menschen entschlossen haben, das offensichtlich ungenutzte Gelände zu bewirtschaften. Sie räumten auf, nahmen den Schutt zusammen, kleideten die Fenster aus, stabilisierten Wände und Decken, bauten Bars und Küchen auf, richteten einen Sportraum ein und einen Multifunktionsraum her. Regelmäßig wird sich in den offenen Plena ausgetauscht, neue Ideen gesammelt, beschlossene Aufgaben verteilt und umgesetzt.
Freundinnen und Freunde sowie Interessierte kommen, Unterstützerinnen und Unterstützer bieten mittlerweile eigene Vorträge und Filme im Kinoraum an. Als nächstes soll eine
echte Kletterwand entstehen, die Planungen dafür laufen schon.
Widerrechtliche Besetzung oder endlich eine sinnvolle Nutzung?
Die Presse berichtete verhalten über die Besetzung, auch der formalen Eigentümerin des
Grundstücks, der Deutschen Bahn AG, war die in Besitznahme mehrere Wochen (!) nicht aufgefallen. Um das Gelände hat sich in den letzten Jahren ein Kleingartenverein gegründet. Dessen Mitglieder reagieren freundlich auf die neue Nutzung, stellen Wasser und Strom bereit, kommen abends mal auf ein Bier in die selbstgebaute Bar. Trotzdem hat die DB am 24.06.16 die neuen Nutzerinnen und Nutzer aufgefordert das Grundstück zu räumen und stellte die obligatorische Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.
Die Linksjugend Leipzig fragt sich: Wieso? Stellen die neuen Nutzerinnen und Nutzer der Arno Nitzsche Straße doch gerade erst so einen „Hausfrieden“ auf dem Gelände her. Die Begründung die die DB bis heute abgegeben hat ist alles andere als überzeugend. Die DB spricht von einem desolaten Zustand und von einer maroden Industriebrache. Wohlgemerkt einen Zustand den ganz alleine sie, die Eigentümerin zu vertreten hat und der
abzusehen war, als sie vor Jahren einen Zaun um das Grundstück gelegt hat um Mensch und Tier auszusperren.
Es mag in der kapitalistischen Verwertungslogik liegen, dass die Bahn es wirtschaftlich für sinnvoller erachtet das Grundstück und das Gebäude verkommen zu lassen. Aber was für die Bahn ein unrentables und verfallenes Grundstück ist, eine formale Buchposition, ist für uns ein Ort an dem Freiheiten entstehen können. Das möchten wir unterstützen!
Solidarität muss praktisch werden!
Was die Menschen in der Arno Nietzsche brauchen ist praktische Unterstützung. Wir rufen daher zu Sachspenden in Form von Baumaterial auf. Nahezu alles wird benötigt oder kann gebraucht werden, um die vielen Ideen umzusetzen. Nur beispielhaft soll aufgeführt werden:
Leisten // Gipskartonplatten // Farben // Dachpappe // Balken // Winkel // Holz // Stahl // Bretter // Schrauben // Mörtel // Fenster // Feuerholz // Matten // Paletten // Feuerholz // Transportmöglichkeiten usw.
Auch ein gelernter Elektriker oder eine gelernte Elektrikerin wird gerne in der AN 41 begrüßt werden.
Wir rufen jede und jeden auf der oder die noch solches oder ähnliches Material zu hause hat es den Menschen im Black Triangle zukommen zu lassen und sich mit dem Kulturkollektiv in Verbindung zu setzen: kulturkollektiv_arno­nietzsche@openmailbox.org
linksjugend Leipzig, Juni 2016
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