Nachttanzdemo

kurze Zusammenfassung:

Anlässlich des ersten Spiels der Deutschen bei der Endrunde der Europameisterschaft der Herren am 12. Juni veranstalteten wir eine Nachttanzdemo vom Connewitzer Kreuz über die Karl-Liebknecht-Straße bis zum Leipziger Markt und wieder zurück. Bei schlechtem Wetter und einem viel zu hohen Polizeiaufgebot setzten wir ein Zeichen gegen Partypatriotismus.

Unser Artikel im Mitteilungsblatt:

12.Juni 2016: Nachttanzdemo der Linksjugend Leipzig
Kritische Auseinandersetzung mit dem Thema „Partypatriotismus“
Pünktlich zum ersten Gruppenspiel der deutschen Herren-Fußballnationalmannschaft organisierte die Linksjugend Leipzig am 12.06. eine Nachttanzdemo unter dem Motto „Partypatriotismus überwinden, unser Sport ist antinational!“. Startpunkt war das Connewitzer Kreuz, wo sich 100-150 Menschen versammelten, um anschließend gemeinsam über die Karl-Liebknecht-Straße, vorbei am Wilhelm-Leuschner-Platz, durch die Innenstadt und schließlich wieder zurück zu ziehen. Begleitet wurden wir von Dauerregen und einem Polizeiaufgebot, welches für jeden Demoteilnehmer beinahe einen eigenen Beamten bereithielt. Das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch. Friedlich und lautstark - unterstützt durch die Musik von DJ Pandoo - zeigte man den Leuten, die in den Straßen das Spiel verfolgten, was man von ihrem „Partypatriotismus“ hält. Patriotismus geht mit Nationalismus und Rassismus einher und mündet immer in der Abgrenzung zu Menschen anderer Herkunft und Nation. Während eines solchen Großereignisses, wie einer Fußball-Europameisterschaft ist es für die meisten völlig normal stolz auf sein Land zu sein und dies auch zu zeigen. Gerade in Zeiten, in denen von AfD, Pegida oder Legida „mehr Mut zu Deutschland“ gefordert wird und damit zu den Hauptschuldigen für beinahe täglich brennende Flüchtlingsunterkünfte werden, können wir nicht dabei zusehen, wie der Nationalstolz völlig unreflektiert auf die Straße kehrt. Ansteigende Zahlen von rassistisch motivierten Gewalttaten sind sogar vom Innenministerium belegt. 
Deshalb soll die Nachttanzdemo nicht die letzte Veranstaltung zu diesem Thema gewesen sein. Bereits während der anderen beiden Gruppenspiel der deutschen Mannschaft fanden Kundgebungen zusammen mit "Rassismus tötet" statt. Weitere Aktionen sind - je nach Abschneiden von Schwarz-Rot-Gold - geplant.
 

Hier der Aufruf zur Demo:

Schwarz-Rot-Goldene Fahnen an jedem Auto und in jeder Wohnung, Deutschland-Trikots wohin man auch schaut - am 12. Juni ist es wieder soweit: Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihr erstes Spiel bei der Fußball-Europameisterschaft und das Land schmückt sich mit seinen nationalen Symbolen. Flagge zeigen ist wieder angesagt.Ist dieser anlassbezogene "Partypatriotismus" unbedenklich, wie uns gerne erzählt wird? Nein ist er nicht! Sport soll verbinden, soll Menschen, egal wie alt, egal woher sie kommen, egal welchen Geschlechts zusammen bringen. Wer stolz auf sein Land ist schafft jedoch das genaue Gegenteil: man wertet sich und die eigene Nation auf und Andere gleichzeitig ab. Es wird ein pures Gegeneinander statt eines Miteinanders generiert – fernab der sportlichen Konkurrenz auf dem Feld. Während bereits außerhalb kompetitiver Großereignisse wie EM und WM nicht mit nationaler Symbolik gegeizt wird, fallen spätestens zu solchen Events alle Hemmungen sich positiv auf Deutschland zu beziehen und dies auch offen zu zeigen. Völlig unreflektiert werden Medienberichte, wie „So toll, wie diese Mannschaft ist, so toll ist auch unser Land.“ hingenommen.Ein solches nationales „Wir-Gefühl“ ist gerade in Zeiten von AfD-Parolen, wie „Mut zu Deutschland“ nicht zu tolerieren. Zu gefährlich ist es, dass Rechtspopulisten die Stimmung der Menschen auffangen und für ihre rassistische, unsolidarische Politik missbrauchen. Aber auch weitere Aspekte, die ein solches sportliches Großereignis mit sich bringt kritisieren wir. So spielen politische Entscheidungen und wichtige Ereignisse, welche sich während des Events ereignen, nur noch eine Nebenrolle. Wichtig ist, dass Jogi’s Jungs morgen gewinnen. Außerdem spielt der Sport mehr und mehr eine Nebenrolle. Vielmehr verkommen die Spiele zu riesigen Werbeflächen für Großkonzerne, denen die Ergebnisse weitestgehend egal sind. Auch hier ist wieder nur wichtig, dass die jungen Fußballfans die Schuhe ihrer Idole kaufen. Um es kurz zu machen:
wir haben keine Lust auf „Partypatriotismus“, auf Nationalismus, keine Lust auf von Anfang bis Ende durchvermarktete Events, bei denen gerne mal bewusst von wirklichen Problemen weggeschaut wird. Wir haben Lust darauf miteinander Spaß zu haben, miteinander zu Trinken und miteinander zu Feiern – ohne Grenzen. Deshalb: zieht mit uns am 12. Juni, 21 Uhr (pünktlich zum Anpfiff des ersten Deutschland-Spiels) laut durch die Stadt! Zeigen wir der „Schwarz-Rot-Goldenen-Meute“, wie man Party ohne Patriotismus macht!

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